{"id":392,"date":"2025-06-19T23:24:31","date_gmt":"2025-06-19T21:24:31","guid":{"rendered":"http:\/\/studis.bergbau-seelitz.de\/?page_id=392"},"modified":"2025-08-20T14:56:39","modified_gmt":"2025-08-20T12:56:39","slug":"die-geschichte-des-vereins","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/?page_id=392","title":{"rendered":"Die Geschichte des Vereins"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><u>\u00dcber 550 Jahre Bergbau um Rochlitz<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Wer kennt sie nicht: Annaberg, Marienberg, Schneeberg \u2013 ber\u00fchmte St\u00e4dte im oberen Erzgebirge, bekannt durch ihre legend\u00e4ren Silberfunde. Wer h\u00e4tte da gedacht, dass bei Seelitz und Rochlitz schon einige Jahre fr\u00fcher Bergbaugeschichte geschrieben wurde? Ja, Rochlitz war einmal als alte Bergstadt ber\u00fchmt! Wir lesen das der \u201eMei\u00dfnischen Bergchronik\u201c des Petrus Albinus aus 1589. Johannes Mathesius schreibt in der Vorrede zu seiner ber\u00fchmten \u201eSarepta\u201c 1562: \u201e\u2026Rochlitz \u2026 welches \u2026 im alten Spr\u00fcchwort auch vor alters vor als alte Bergstadt ger\u00fchmet ist\u2026\u201c&nbsp;&nbsp;W\u00e4hrend im heutigen Freiberg mit dem legend\u00e4ren Silberfund von 1168 der Startschuss f\u00fcr die einmalige Bergbaugeschichte Sachsens fiel, ist die Rochlitzer Montanregion zwar 300 Jahre j\u00fcnger &#8211; aber auch wir feiern demzufolge nun Geburtstag!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"725\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/johannes-mathesius-e1752844055513-725x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-393\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/johannes-mathesius-e1752844055513-725x1024.jpg 725w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/johannes-mathesius-e1752844055513-212x300.jpg 212w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/johannes-mathesius-e1752844055513-768x1085.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/johannes-mathesius-e1752844055513.jpg 970w\" sizes=\"auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Portrait des Johannes Mathesius<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Es war im Jahre 1468, als per Urkunde (eine Abschrift haben wir im S\u00e4chsischen Hauptstaatsarchiv Dresden gefunden) unter anderem ein Bergwerk bei Z\u00f6llnitz verliehen wurde: Es handelt sich um die sp\u00e4ter auch gr\u00f6\u00dfte und bedeutendste Grube am \u201eVogelsang\u201c, die den sch\u00f6nen Namen \u201eSt. Johannes\u201c tr\u00e4gt! 3 Bergwerke werden in der Urkunde aufgef\u00fchrt, ein weiteres weiter oben am Erlbach und eines auf Rochlitzer Flur.<\/p>\n\n\n\n<p>550 Jahre sind eine lange Zeit, was hat sich nicht alles ver\u00e4ndert! Hat man damals mit Schl\u00e4gel und Eisen das Gestein im kargen Licht der Froschlampe gebrochen, fahren in heutige Bergwerke komplette LKW ein und selbst wir befahren den \u201eSt. Johannes\u201c mit beinahe taghellen LED-Scheinwerfern! Der Bergbau hat Sachsen gepr\u00e4gt und auch zu einigem Wohlstand verholfen. \u201eOtto, der Reiche\u201c hat dies fr\u00fch erkannt und daf\u00fcr gesorgt, dass Jedermann Bergbau betreiben konnte und die Ausbeutezechen ihren \u201eZehnt\u201c an den Landesherren abf\u00fchrten. Im gesamten Erzgebirge sind aber genau die Bergwerke, die letztlich Gewinn abwarfen, in der Minderzahl und so war es ein oft vergebliches Unterfangen, als Unternehmer damit reich zu werden. Langfristig hat es sich auch hier bei uns nicht gelohnt und die Bergleute zogen weiter. 1790 wurde das letzte Silber in Seelitz gef\u00f6rdert, sp\u00e4tere Aktivit\u00e4ten kamen \u00fcber das \u201ePlanungsstadium\u201c nicht hinaus. Die gr\u00f6\u00dften aktiven Sch\u00fcrfe und Abbaue fallen in das 16. Jahrhundert, woraus sich auch der damalige Ruf der Stadt Rochlitz als \u201eBergstadt\u201c erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Der H\u00f6hepunkt nach Aktenlage ist wohl um 1700 erreicht, als wir in einem Bergbelehnungsbuch zwischen 1671 und 1710 allein 16 Eintr\u00e4ge aus unserer Region finden! Ende des 17. Jahrhunderts hat man fl\u00e4chendeckend zumindest versucht, die damals noch sichtbaren alten Stolln und Sch\u00e4chte neu zu belegen. Der beste erhaltene Stollnri\u00df, wie man einen bergm\u00e4nnischen Lageplan bezeichnet, stammt aus dieser Zeit. Leider ist prinzipiell die Situation in den Archiven hierf\u00fcr alles andere als g\u00fcnstig: Zuordnungsprobleme zu den einzelnen Bergamtsrevieren haben eine systematische Dokumentation verhindert und Stadtbr\u00e4nde, wie zum Beispiel in Marienberg, taten ihr \u00dcbriges. Hinterlassen haben uns die \u201eAlten\u201c, wie man Bergleute der Vorzeit kameradschaftlich bezeichnet, dennoch eine Vielzahl an (verstreuten) Akten und zaghaften Spuren im Gel\u00e4nde. In heutiger Zeit ist der alte Bergbau beinahe vergessen gewesen und nur wenige Heimatforscher oder Kenner der Materie hatten unsere Region aus diesem Blickwinkel auf ihrem Zettel.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"473\" height=\"418\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schmelzhutte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-394\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schmelzhutte.jpg 473w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schmelzhutte-300x265.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Zeichnung einer Schmelzh\u00fctte<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Gesch\u00fcrft wurde in der Hauptsache nach Silber; es war weltweites Zahlungsmittel und wichtigstes Erz in Sachsen. Die Bergakten und Chroniken erz\u00e4hlen uns von Silberbergwerken in Rochlitz, Seelitz, Methau, Biesern, Sachsendorf und Gr\u00f6blitz. Aber auch alte Flurnamen weisen auf fr\u00fchere Abbaut\u00e4tigkeit hin, wie beispielsweise der Erzberg bei Stollsdorf (hier handelt es sich vermutlich um Eisenerzabbau) und der Goldberg bei Kralapp. Das Silbertal bei Wechselburg ist wohl den meisten Einheimischen ein Begriff, ebenso wie die kaum noch sichtbaren Stolln im Auenbachtal zwischen Geringswalde und der Rinnm\u00fchle.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Auch im D\u00f6litzschtal finden wir Mundl\u00f6cher, jedoch greifbare Fakten zu diesen heute noch sichtbaren Spuren sind rar. Ein Goldseifenwerk wurde durch Bergmeister Markus R\u00f6hling an der Rochlitzer Mulde betrieben, auch kleinere B\u00e4che zeugen mit ihren noch erhaltenen Raithalden vom fr\u00fcheren Goldwaschen. Zu den Silberbergwerken, es k\u00f6nnten bis zu 20 gewesen sein, liegen die umfangreichsten alten Akten vor.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"743\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/quarz-1024x743.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-395\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/quarz-1024x743.jpg 1024w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/quarz-300x218.jpg 300w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/quarz-768x557.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/quarz.jpg 1390w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Quarz Ablagerung<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Eine wichtige regionale Quelle f\u00fcr Informationen zur Montangeschichte ist Prof. Dr. W. Clemens Pfau. Er hat sich in etlichen Ausgaben des \u201eRochlitzer Tageblatts\u201c um 1920 zu Mineralien und Bergbau der Region ge\u00e4u\u00dfert. Nehmen wir seine Aufzeichnungen zur Hand und gehen den Hinweisen nach, finden wir in kleinen T\u00e4lchen rund um Seelitz und Beedeln die Begleitmineralien der Erze: Quarz und Schwerspat. Verschiedene Edelsteine wurden in B\u00e4chen gefunden, und uralte slawische Siedlungen zeigen deren fr\u00fchere Verwendung als Schmuck und Werkzeug. Die Steinmetze vom Rochlitzer Berg mit seinem ber\u00fchmten Porphyr(tuff) als weithin bekannten Baustein selbst sollen sich auch dem Bergbau gewidmet haben, und in den alten Halden der Zeche \u201eSt. Johannes\u201c fand Prof. Pfau&nbsp;&nbsp;Bruchst\u00fccke von bergm\u00e4nnischem Geleucht aus Ton.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier, am Seelitzer \u201eVogelsang\u201c, spielte auch die lauteste Musik im Konzert der hiesigen Knappen. Wenn wir in alten Schriften vom Rochlitzer Bergbau lesen, dann wird immer wieder \u201eSt. Johannes\u201c aufgef\u00fchrt. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass Johannes Mathesius, der ber\u00fchmte Sohn der Stadt, hier sein Handwerk als Bergmann lernen sollte. So hat er als Jugendlicher um 1518 die B\u00fccher zu jenem Bergwerk geschrieben und die w\u00f6chentliche Zubu\u00dfe eingetrieben.&nbsp;&nbsp;Sein Vater Wolfgang weissagte, dass er mal ein t\u00fcchtiger Bergmann werden sollte! Er wurde es auch, aber auf andere Weise: Er zog nach dem Studium an verschiedenen Universit\u00e4ten nach St. Joachimsthal ins b\u00f6hmische Erzgebirge, wohin schon der Erz\u00e4hlung nach die Bergleute vom Vogelsang abgewandert waren. Er wurde dort ihr Prediger und ein v\u00e4terlicher Freund f\u00fcr hunderte Knappen; und er ist quasi der Urvater der heutigen Mineraliensammler mit seinen Studien, welche auch die Forschungen seines Freundes Georgius Agricola unterst\u00fctzten. Vor 550 Jahren wurde das Bergwerk bei Z\u00f6llnitz erstmalig erw\u00e4hnt, und der Vater von Johannes Mathesius war Anfang des 16. Jahrhunderts starker Gewerke &#8211; also Miteigent\u00fcmer der Grube. Man liest, dass er wohl sein ganzes Verm\u00f6gen dabei verloren haben soll. Um Einiges p\u00e4ter, 1556, wollte man eine Wasserkunst in den \u201eSt. Johannes\u201c einbauen, vermutlich wurde aber schon bald das Geld alle und man gab die Grube auf. Wir gehen heute davon aus, dass das Bergwerk anschlie\u00dfend nicht mehr betrieben wurde und der Stolln lange Zeit offen stand. Dies w\u00fcrde auch begr\u00fcnden, warum das Bergwerk heute so massiv verbrochen ist. Die Grube besa\u00df wohl ein Pochwerk und eine Erzw\u00e4sche am Erlbach, die zugeh\u00f6rige Schmelzh\u00fctte soll auf der Rochlitzer Muldeninsel gestanden haben. Im 19. Jahrhundert, so lesen wir in einer Handschrift, waren die Grundmauern der W\u00e4sche sowie der Schacht noch zu sehen und man fand den erzf\u00fchrenden Schwerspatgang im Stolln noch mit \u00bc Lachter (ca. \u00bd Meter) anstehend. Um 1900 hat dann der Eigent\u00fcmer des Grundst\u00fccks die letzten Spuren durch Einebnung der Halden und Verf\u00fcllung des Mundlochs verwischt, so lesen wir bei Prof. Pfau. Vermutlich stand dies im Zusammenhang mit der Er\u00f6ffnung der Bieserner Sandgrube um 1904.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"770\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schneeberg-1024x770.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-396\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schneeberg-1024x770.jpg 1024w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schneeberg-300x226.jpg 300w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schneeberg-768x578.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/schneeberg.jpg 1170w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Bergsicherung Schneeberg bei Bohrungen am Heilig Kreuz Stolln 2008<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Die Erw\u00e4hnung der \u201eSt. Johannes Fundgrube\u201c mit aussagekr\u00e4ftigen Bergakten Ende des 18. Jahrhunderts kann uns leider nicht weiter helfen. Der Name wurde damals auf ein anderes Bergwerk \u00fcbertragen und die enthaltenen Daten sagen nichts \u00fcber das Schicksal der ber\u00fchmten Zeche am Vogelsang aus. Vielmehr handelt es sich hier um den vormaligen \u201eHeilig Kreuz Stolln\u201c, zu dem uns der einzig erhaltene aussagekr\u00e4ftige Riss von 1669 vorliegt und dessen Spuren auch heute noch besichtigt werden k\u00f6nnen. Auch dieses Bergwerk wurde schon 1468 erw\u00e4hnt, im Gegensatz zum alten \u201eSt. Johannes\u201c aber bis 1790 immer wieder betrieben. Es erreichte nach den Akten eine L\u00e4nge von 172 Lachtern, also rund 340 Meter.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Mit diesem Bergwerk bei P\u00fcrsten begann 2007 auch die Geschichte unseres Vereins. Nachdem immer wieder ein Experte aus Frankenau \u00fcber Bergbau in der Rochlitzer Gegend berichtet hatte und auch andere Hobbyhistoriker sich mit dem Thema besch\u00e4ftigten, war nun ein Mitglied des Rochlitzer Geschichtsvereins zusammen mit einem Nachfahren des fr\u00fcheren M\u00fchlenbesitzers in P\u00fcrsten unterwegs, und gemeinsam brachten sie den Seelitzer B\u00fcrgermeister auf ihre Seite.<\/p>\n\n\n\n<p> Nach einem \u00f6ffentlichen Aufruf fanden sich 8 Interessierte zusammen, die schon nach kurzer Zeit als neu formierte Arbeitsgruppe die Umrisse dieser vergessen Geschichte skizzieren konnten. Bereits 2008 erfolgte im Auftrag des S\u00e4chsischen Oberbergamts eine Untersuchung des eingest\u00fcrzten \u201eHeilig Kreuz Stollns\u201c unter einem Wirtschaftsweg bei P\u00fcrsten, und die Freizeitknappen konnten \u201eechten\u201c Bergleuten am Bohrger\u00e4t zuschauen. 2009 gr\u00fcndete man dann den Verein, als es mit der angestrebten Suche nach dem Mundloch des Stollns am Vogelsang \u201eernst\u201c wurde. Heute kennt man in der n\u00e4heren Umgebung 26 Orte mit Bergbaugeschichte, und abgebaut haben die Knappen so ziemlich alles, was im Bergbau von Interesse war: Neben den genannten Erzen sind das auch Stein- und Braunkohle. Nicht zu vergessen ist das Wiederauer Edelsteinbergwerk \u201eSt.Bartolom\u00e4i Fundgrube\u201c, welches von 1717 bis 1721 hervorragende Achate an den Dresdner Hof lieferte und \u00fcber Sachsens Grenzen hinaus bekannt wurde!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Es gibt kaum Material von au\u00dferhalb dieses Abbaus im 18. Jahrhundert und der Achat war damals an Sch\u00f6nheit kaum zu \u00fcbertreffen. Noch heute schw\u00e4rmen Achatsammler von diesem seltenen Edelgestein. Man hatte die Grube, auch hier gab es gro\u00dfe Probleme mit der Wasserhaltung, aus Kostengr\u00fcnden aufgeben m\u00fcssen und sah bereits 50 Jahre sp\u00e4ter alle Spuren verwischt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-397\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate-300x200.jpg 300w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate-768x511.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate-1536x1023.jpg 1536w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/achate.jpg 1895w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Wiederauer Achate aus der Sammlung Junghanns, gefunden 1992<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"454\" height=\"522\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/stollnmundloch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-398\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/stollnmundloch.jpg 454w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/stollnmundloch-261x300.jpg 261w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Fl\u00fcgelmauern am Mundloch des alten St. Johannes Stolln<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Der Seelitzer Bergbauverein hat im August 2009 dann tats\u00e4chlich das Mundloch des alten \u201eSt. Johannes\u201c finden k\u00f6nnen. Nach aufw\u00e4ndigen Vorbereitungen und Planungen flossen 2011 dann F\u00f6rdermittel und man hat in 6 Monaten Bauzeit den Eingangsbereich wieder hergerichtet. An historischer Substanz konnte man sich dabei leider nicht orientieren, da auch durch Verkippung von Abraum in den 40er Jahren w\u00e4hrend des Sandgrubenbetriebes fast alle Spuren verwischt waren. Das verbrochene Mundloch wurde dabei durch ein neues Gew\u00f6lbe ersetzt und etwas verl\u00e4ngert, eine neue Halde geformt und darauf eine Kaue nach Freiberger Vorbild errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Fl\u00fcgelmauern aus regionalen Gesteinen sichern den Hang gegen Verrutschen ab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Seitdem wird das Objekt rege f\u00fcr Veranstaltungen genutzt und erfreut sich gro\u00dfer Beliebtheit. Es ist zu einem Ort geworden, wo man in die Geschichte abtauchen und die schwere Arbeit vergangener Zeiten ein wenig nachempfinden kann.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blaser-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-399\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blaser-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blaser-300x200.jpg 300w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blaser-768x513.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blaser.jpg 1390w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Mettenschicht<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Das ist eine gute Gelegenheit, von unseren allt\u00e4glichen Problemen abzulenken und den Blick f\u00fcr wesentliche Dinge zu sch\u00e4rfen: Ging es doch f\u00fcr die Bergleute damals ums \u00dcberleben bei einer sehr gef\u00e4hrlichen Arbeit und einem entbehrungsreichen Leben! Der Berg hat seiner Zeit so manches Opfer gefordert, und reich wurde man als Bergmann eher nicht! Dennoch haben sie ihren Beruf geliebt und uns zahlreiche Traditionen beschert: Speziell in der Weihnachtszeit spiegelt sich die Liebe des Bergmanns zum Licht in vielen Figuren und Br\u00e4uchen, Pyramiden und Schwibb\u00f6gen wider. H\u00f6hepunkt der Festlichkeiten f\u00fcr die Knappen war die letzte Schicht vor Weihnachten, und auch am \u201eSt. Johannes\u201c wurde mit dem Freilegen des Mundlochs 2009 die Tradition der so genannten Mettenschicht wieder belebt. Seitdem kann man jeweils am 4. Adventssamstag am Seelitzer Vogelsang gemeinsam mit dem Verein den H\u00f6hepunkt des Jahres feiern. Dabei sorgen Bl\u00e4ser aus Pobershau f\u00fcr eine z\u00fcnftige Atmosph\u00e4re. Die Veranstaltung ist jedes Jahr fr\u00fch ausgebucht, eine Teilnahme ist nur f\u00fcr angemeldete G\u00e4ste m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"873\" src=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vg-1024x873.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-400\" srcset=\"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vg-1024x873.jpg 1024w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vg-300x256.jpg 300w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vg-768x655.jpg 768w, https:\/\/bergbau-seelitz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vg.jpg 1390w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Freilegungsarbeiten im alten St. Johannes Stolln<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>W\u00e4hrend nach der Sanierung der eigentliche Stolln komplett verbrochen blieb, bem\u00fcht sich der Verein seit 2013 Schubkarre um Schubkarre um eine Freilegung des alten Grubenbaus. Die Arbeiten werden durch das S\u00e4chsische Oberbergamt und das Landesamt f\u00fcr Arch\u00e4ologie beaufsichtigt, zwischenzeitlich war auch der Einbau von St\u00fctzmauern erforderlich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Heute sind knapp 50 Meter im Stolln befahrbar und man ist an einer Stelle angelangt, wo der Stolln zwar saniert werden muss \u2013 sich aber auch erheblich erweitert. Noch gibt es viel Arbeit, aber f\u00fcr die Zukunft k\u00f6nnen sich die G\u00e4ste des Vereins auf ein noch attraktiveres Objekt zur Besichtigung freuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der alte St. Johannes Stolln ist heute weitgehend verbrochen und muss aufgew\u00e4ltigt werden. Derzeit laufen Sanierungsma\u00dfnahmen durch einen Bergsicherungsfachbetrieb. Dabei kommen vergessene, aktuelle und v\u00f6llig neue, innovative Technologien zum Einsatz und es entsteht eine Art \u201eMusterbergwerk\u201c auch f\u00fcr Bergbau-Fachleute.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 550 Jahre Bergbau um Rochlitz Wer kennt sie nicht: Annaberg, Marienberg, Schneeberg \u2013 ber\u00fchmte St\u00e4dte im oberen Erzgebirge, bekannt durch ihre legend\u00e4ren Silberfunde. Wer h\u00e4tte da gedacht, dass bei Seelitz und Rochlitz schon einige Jahre fr\u00fcher Bergbaugeschichte geschrieben wurde? Ja, Rochlitz war einmal als alte Bergstadt ber\u00fchmt! Wir lesen das der \u201eMei\u00dfnischen Bergchronik\u201c des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":928,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-392","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=392"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1587,"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/392\/revisions\/1587"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bergbau-seelitz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}